Hansjörg, begleitet von seinem Bruder Matthias verweilte im vergangen Frühjahr für fünf Wochen im Valley. Viele Klassiker wurden geklettert und die Risse auf ihre Eigenheiten untersucht – und eigen sind sie.

Auch wenn du als vermeintlicher 5.14er Kletterer ankommst – wenn du Pech hast und ohne wirkliche Risserfahrungen bist, fliegst du aus einem 5.9er Riss heraus, wo ein Local nebenbei nicht nur ein Wurstsemmel sondern dazu noch eine Cola und einen Muffin verdrückt.

Nach anfänglichem Einklettern an den Cookies, der Royal Arch Wand oder an den Cathedral Spires und einem wetterbedingten Ausflug zum Sportklettern nach Joshua Tree konnten sie aber dennoch ihrem Hobby frönen und auch in den steileren und höheren Gefilden etwas unternehmen …

 

Einige Highlights:

„Astroman“ – Washington Column (5.11c)

Die wohl schönste Risskletterei im ganzen Valley. Bis auf eine Stelle onsight – im Harding Slot überkam Hansjörg die Flucht hinaus zur Piaz-Version …

 

„El Nino“ – El Capitan (5.13d/A0)

Hansjörg begleitet von Matthias (Danke!!). Vier Seillängen im 2. Versuch – Rest onsight. Hammermäßige Kletterei durch die Südostwand. Gilt als europäer-freundlich, da die Route viel weniger Risse aufweist, als sonst eine Kletterei am El Capitan. Dafür warten einige recht glatte Platten- und Wandstellen, eine knackige Boulderstelle nach einem Griffausbruch im „Eismeer“ und ein sehr ausgesetztes Dach …

[Topo]


 

„Northwest Regular“ – Half Dome (5.12c/d)

Der Klassiker am Half Dome. Super schön und mit seinen 22 Seillängen nicht all zu lang. Hansjörg kletterte die freien Varianten, wobei er im Bereich der zweiten Hakenleiter die etwas schwierigere Variante wählte – dürfte etwa bei 5.12c/d einchecken. Alles onsight.

 

„East Buttress“ – El Capitan (5.10b)

Nicht allzu schwer aber immerhin noch am El Capitan. Matthias führte Jürgen und Hansjörg in gekonnter Manier zum Ausstieg.

 

„Nose“ – El Capitan (5.13c)

Much Mayr und Hansjörg kletterten das Relikt aus dem Jahr 1958 mit technischer Unterstützung in gut 10 Stunden ohne Jumar und in abwechselnder Führung. Lediglich ein Sturz unter der Rubrik „bad fall“ bremste Hansjörg etwas im oberen Wandteil. Gratulation an Lynn Hill zu ihrer Rotpunktbegehung aus dem Jahre 1993. Die Crux von „Changing Corners“ schaut sackschwer aus …

 

„Bacher/Yerian“ – Medlicott Wall – Toulumne Meadows (5.11c)

Zwar nur 5.11c und fünf Seillängen lang, dafür mit Hakenabständen von bis zu 15 Meter an einer steilen Platte mit vielen “golden knobs”. Sie gilt als sehr gefürchtet und führt durch einen schwarzen Streifen in roter Wand.

 

Einmalige Landschaft, nette Leute und jede Menge Fels ... was will man mehr ...

 

 
(c) Hansjörg Auer